
2K-Spritzguss: Zwei Komponenten. Ein automatisierter Prozess.
Beim 2K-Spritzguss verbinden wir zwei Kunststoffkomponenten in einem Bauteil – beispielsweise einen festen Grundkörper mit einem weicheren Funktionsbereich. Die Kombination richtet sich nach Funktion und Materialverträglichkeit. Unsere Fertigungszelle verbindet zwei nebeneinander angeordnete WITTMANN BATTENFELD SmartPower 60 durch ein auf das Bauteil abgestimmtes Robotersystem.
So entsteht ein 2K-Bauteil
In der ersten Maschine entsteht die Hartkomponente. Ein sechsachsiges Handling entnimmt das Bauteil, setzt es präzise in das Werkzeug der zweiten Maschine ein und ermöglicht dort das Umspritzen mit der zweiten Komponente. Anschließend wird das fertige 2K-Bauteil automatisiert entnommen und dem weiteren Prozess zugeführt.

Die Technik richtet sich nach dem Bauteil
Das Robotersystem wird individuell auf das Bauteil abgestimmt – nicht das Bauteil auf ein starres Maschinenkonzept. So lassen sich Hart-Weich-Verbindungen, Mehrfarbteile und funktionale Kombinationen wirtschaftlich in Serie fertigen.
Weil Werkzeug und Serienprozess bei TIMM aus einer Hand kommen, können Werkzeugkonzept, Umsetztechnik und Automation von Anfang an gemeinsam ausgelegt werden.

Dichtungs- und Funktionsbereiche direkt integrieren
Mit dem 2K-Spritzguss lassen sich unterschiedliche Eigenschaften in einem Bauteil kombinieren – beispielsweise ein formstabiler Grundkörper und ein weicher Dichtungs-, Dämpfungs- oder Griffbereich. Bei geeigneter Materialpaarung kann zwischen beiden Komponenten eine haftende Verbindung entstehen. Zusätzliche Montage- oder Klebeschritte lassen sich dadurch je nach Bauteil reduzieren.
Materialpaarung, Geometrie und Werkzeug gemeinsam auslegen
Nicht jede Kunststoffkombination ist für eine zuverlässige Verbindung geeignet. Deshalb betrachten wir Hartkomponente, weiches Material, Haftung, Bauteilgeometrie, Medienkontakt, Temperaturanforderungen und Toleranzen bereits zu Beginn gemeinsam mit dem Werkzeug- und Automationskonzept.
Ihre 2K-Anwendung gemeinsam prüfen
Sie möchten eine Dichtung, einen Griffbereich oder eine weitere Funktion direkt in ein Kunststoffbauteil integrieren? Senden Sie uns Ihre Bauteildaten und die Anforderungen an beide Komponenten. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen Materialpaarung, Werkzeugkonzept und mögliche Serienumsetzung.
Häufige Fragen zum 2K-Spritzguss
Was ist 2K-Spritzguss?
Beim 2K-Spritzguss werden zwei Kunststoffkomponenten in aufeinander abgestimmten Schritten zu einem Bauteil verarbeitet. So können etwa ein formstabiler Grundkörper und ein weicher Funktionsbereich kombiniert werden. Ob eine haftende Verbindung entsteht, hängt von der Materialpaarung und dem Bauteilkonzept ab.
Wie funktioniert die Umsetztechnik?
Zunächst entsteht die erste Kunststoffkomponente. Ein Robotersystem setzt sie in das Werkzeug der zweiten Maschine um; dort wird die zweite Komponente angespritzt. Bei TIMM arbeiten dafür zwei WITTMANN BATTENFELD SmartPower 60 in einer automatisierten Fertigungszelle zusammen.
Welche Materialkombinationen sind möglich?
Die Auswahl richtet sich nach der Funktion und den Anforderungen an die Verbindung. Eine sichere Verbindung ist nicht für jedes Kunststoffpaar selbstverständlich. Deshalb prüfen wir die vorgesehenen Werkstoffe und das Bauteilkonzept zusammen, statt eine universelle Materialverträglichkeit zu versprechen.
Warum sollte der Formenbau früh eingebunden werden?
Die erste Komponente, ihre Aufnahme im zweiten Werkzeug und die anschließend angespritzten Bereiche müssen zusammenpassen. Die direkte Abstimmung zwischen Kunststofftechnik und eigenem Formenbau hilft, diese Zusammenhänge bereits bei der Entwicklung und Bemusterung zu berücksichtigen.
Welche Daten benötigt TIMM für eine Anfrage?
CAD-Daten und Zeichnung, Funktion der beiden Komponenten, vorgesehene Werkstoffe, Stückzahlen, kritische Maße und geforderte Nachweise. Daraus wird geklärt, ob das Projekt zur vorhandenen Fertigungszelle passt.
Was unterscheidet 2K-Spritzguss vom Umspritzen von Einlegeteilen?
Beim 2K-Spritzguss werden zwei Kunststoffkomponenten verbunden. Beim Umspritzen metallischer Einlegeteile wird dagegen ein bereits vorhandenes Metallteil mit Kunststoff umspritzt.
